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Muskuläre Verspannungen in der Halswirbelsäule - Ein Beitrag in zwei Teilen

Welche Auswirkungen können Verspannungen im Halswirbelbereich auf meine Gesundheit haben und wie kann ich Verspannungen lösen oder ihnen sogar vorbeugen?


Viele sitzen im Büro, derzeit viel auch zuhause, meist vor dem Computer. Arme und Schultern steif. Nur die Finger und die Augen bewegen sich.


Und das oft über Stunden. Unsere Muskulatur hat dabei die einzige Aufgabe die Haltung zu bewahren. Sie steht unter Dauerspannung und irgendwann macht sie durch Schmerzen auf sich aufmerksam.



Warum ist eine solche Dauerspannung für uns aber alles andere als angenehm?


Eine verspannte Muskulatur ist schlechter durchblutet, d.h. die Versorgung der Muskelzellen mit Sauerstoff und Nährstoffen, die sie braucht, ist nur unzureichend. Der Abtransport von Stoffwechselprodukten aus den Zellen wird erschwert. Der Muskel verkrampft und "Autsch" spätestens jetzt ist die Meldung vom Körper an den Verstand angekommen, es wird Zeit sich zu bewegen. Diese Situation wiederholt sich bei den meisten nun tagtäglich. Unserem Körper bleibt nichts anderes übrig, als sich mit der Zeit diesen Verhältnissen anzupassen. Unsere Haltung verändert sich, in diesem Fall nicht zu unseren Gunsten.


Im Sitzen beugt sich oft der obere Rücken nach vorne, die Schultern sind nach vorne eingerollt und der Brustkorb fällt in sich zusammen, das Zwerchfell kann sich nicht weit öffnen. Schmerzen im Rücken, Nacken und der Schulter sind vorprogrammiert. Was viele nicht wissen, Kurzatmigkeit, Engegefühl in Bauch und Brust können ebenso Begleiterscheinungen sein. Unser Körper gerät in eine Dysbalance - eine Schieflage im wahrsten Sinne des Wortes.



Wird unsere Muskulatur nicht ausreichend gefordert, neigen einige Muskelgruppen dazu zu verkümmern. Der Organsimus spart ein, ganz nach dem Prinzip "Use it or lose it". Der Stoffwechsel in den nicht aktiven Bereichen wird heruntergefahren. Die Folge: anstelle von aktiven Muskelfasern entsteht mehr passives sehniges Material, der aktive Teil des Muskels verkürzt.

Fürs geistige Auge: jeder Muskel unserer Skelettmuskulatur beginnt an einer knöchernen Struktur. Ein dünner, sehniger und passiver Faseranteil geht vom Knochen weg und geht schließlich über in aktives Gewebe, das sich zusammenziehen kann. Zur Mitte hin wird der Muskel somit immer dicker, es handelt sich um den sogenannten Muskelbauch. Von hier wird er wieder dünner, geht erneut in eher passive sehnige Strukturen über und endet schließlich wieder am Knochen. Je nach Lage und Funktion des Muskels im Gesamtsystem, ist die Anordnung der Länge der Sehnen und die Dicke des Muskelbauchs unterschiedlich.


Verändern sich die Längenverhältnisse dieser Strukturen, verändert sich auch die Grundspannung des Muskels. Sie erhöht sich, der Muskel verliert an Flexibilität, Beweglichkeit, Schnelligkeit und Ausdauer. Er ist also in seiner Funktion eingeschränkt, was wiederum automatisch Auswirkungen auf andere Bereiche unseres Organismus hat. Denn ein Muskel arbeitet im Alltag nie allein und isoliert, sondern immer mit anderen Protagonisten in einem Gesamtsystem zusammen. Somit gerät der Körper mit der Zeit in eine Schieflage, muskuläre Dysbalancen verfestigen eine falsche Haltung. Besonders dramatisch, wenn es im Bereich der Wirbelsäule und in unserem Beispiel im Halswirbelbereich passiert.


Denn genau hier treffen viele wichtige und sensible Strukturen aufeinander, die entscheidene Wirkungen auf unser Wohlbefinden haben. So verlaufen hier eingebettet in unserer Muskulatur z.B. wichtige Blutgefäße für Gehirn und Rückenmark. Durch Veränderungen der Muskelgewebsstrukturen können diese Gefäße unter Druck geraten, das Gehirn wird schlechter versorgt.


Wichtige Nervenstrukturen, die für Entspannung im Organsimus und gleichzeitig für die Aktivierung der inneren Organge sorgen, verlaufen seitlich im Hals. Unter muskulärem Druck kann es für sie eng werden, wir werden unruhig, unsere körperliche und folglich auch seelische Entspannung wird beeinträchtigt.


Nicht nur das: unser Zwerchfell und unsere Herz-Kreislauffunktionen unterliegen ebenfalls muskulären Kräften und neuroanatomischen Verschaltungen im Halswirbelbereich. Zudem ist eine reibungslose Steuerung des Sehens und der Feinabgleich des Gleichgewichtssystem vom Zustand der muskulären Strukturen der Halswirbelsäule abhängig.


Verspannte Muskulatur kann sogar die Ursache erhöhter Herzfrequenz und erhöhtem Blutdruck sein. Ein verengter Brustkorb und ein verspanntes Zwerchfell sind nicht mehr flexibel genug, das Herz, bzw. der Herzsattel, der auf dem Zwerchfell ruht, ist somit in seiner funktionellen Freiheit eingeschränkt, es muss schneller und stärker arbeiten.


Es sind hier nur einige Auswirkungen kurz angeschnitten, um zu zeigen, dass es sich immer lohnt, Verspannungen durch richtiges Verhalten vorzubeugen. Betreibe präventive Arbeit und beuge Reizzustände von Sehnen, Bändern und auch Gelenken vor. Unser Körper ist ein Gesamtsystem, das unseren Gemütszustand und unsere geistige Leistungsfähigkeit mitbestimmt. Umgekehrt wirkt auch der Geist auf unsere körperliche Verfassung. Schau auf deinen Körper, damit es deinem Geist gut gehen kann.


Welche Muskelgruppen neigen denn gerne zu Verkürzungen und welche zur Abschwächung?


Zur Verkürzung neigen Muskelgruppen wie:

  • die vordere und hintere Muskulatur im Oberschenkel

  • der Hüftbeuger

  • die untere Rückenmuskulatur

  • der Nackenbereich

Zur Abschwächung neigen:

  • die Adduktoren, eine Muskelgruppe, deren Hauptfunktion, die Adduktion - das Heranführung des Oberschenkels ist.

  • das Gesäß

  • der Bauch

  • die Brust

Wenn keine individuelle Analyse des Muskelgleichgewichts vorliegt, sollten präventiv die zur Abschwächung neigenden Muskelgruppen gekräftig/trainiert werden und die zur Verkürzung neigenden Gruppen gedehnt werden. Unsere eGym Geräte können dir etwaige Dysbalancen aufzeigen und wir Trainer/Innen stehen euch gerne zur Seite, um euer Training noch besser auf euch abzustimmen. Denn auch bei Beschwerden durch Verspannungen sollte man nicht pauschalisieren, sondern das Gesamtsystem betrachten. Es ist ein Wechselspiel und bei jedem von uns in einer unterschiedlich ausgeprägten Form. Ein Tipp für die verspannte Muskulatur: ein aktiver Muskel kann auch immer besser wieder entspannen!


Übungsbeispiele und richtiges Verhalten zum Lösen von verspannter "Nackenmuskulatur" zeigen wir euch im zweiten Teil des Beitrages.

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